„lebensader.triesting“ – im Dialog über einen Fluss, der verbindet

Drei Jahre lang (2020 bis 2023) durfte ich das Büro der LEADER Region Triestingtal sowie die örtlichen Topotheken für ein Dialog- & Forschungsprojekt mit der Bevölkerung zum Triestingfluss begleiten.

„lebensader .triesting“ wurde 2020/2021 von der LEADER Region gemeinsam mit den Topotheken des Triestingtals als regionales Foto-Sammelprojekt gestartet. Die Anfang 2022 vorgenommene Sichtung von über 500 aus der Bevölkerung eingelangten Fotos und Ansichtskarten aus unterschiedlichen Epochen brachte reichen Ertrag. Es zeigten sich individuelle Blickwinkel von Menschen unterschiedlicher Generationen auf schon länger zurückliegende oder auch jüngere historische Ereignisse.

Prachtlibelle am Triestingufer in Fahrafeld. „lebensader.triesting“ dokumentiert, dass auch nach der Errichtung eines Hochwasserschutz-Rückhaltebeckens am dortigen Flusslauf die Natur intakt ist.

Um die Bilder dauerhaft für die Nachwelt zu erhalten, wurden diese den Internet-Archiven der Ortstopotheken im Tal übermittelt. Die öffentliche Sammlung hautnah erlebter Regionsgeschichte reichte weit über die Arbeit der Topotheken hinaus.

Fotos halten das „Gedächtnis des Triestingtals“ lebendig
Die Dokumentation vielfältiger historischer Lebenswelten an der Triesting ist dem Engagement von Jung und Alt, von Sammlern:innen und Naturliebhaber:innen zu verdanken. Das „Lebensader“-Projektteam setzte sich zum Ziel, für diese oft verborgen bleibende Leistung neue Öffentlichkeit zu erzeugen.

(von links): Bgm. Franz Rumpler (Berndorf), Bgm. Daniel Pongratz (Pottenstein) und Vizebgm. Josef Ungerböck (Weissenbach) bei der „lebensader.triesting“-Präsentation im Stadttheater Berndorf.

Über die Vernetzung der Topothekar:innen des Tals gelang die Vorbereitung einer Wanderausstellung zum Projekt „Lebensader Triesting“, die in einer Vorpremiere erstmals im Juni 2022 im Stadttheater Berndorf vorgestellt wurde.

Zwei neue Topotheken sind entstanden
Besonders erfreulich war, dass im Projektzeitraum gleich zwei neue Topotheken im Tal entstanden sind: die Sammel-Topothek Triestingtal-Fundstücke  sowie die Orts-Topothek Enzesfeld-Lindabrunn. Die neuen Topotheken wurden ebenfalls im Zuge der Wanderausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.
Mit Ausstellungsorten von Kaumberg bis in die Dornau, von Klein-Mariazell bis Enzesfeld-Lindabrunn sowie dem Gemeindetag der LEADER-Region zum Projektabschluss in Leobersdorf wurden insgesamt 13 Stationen als vielfältige Schauplätze der Ausstellung erreicht. Darunter ein Museum, eine Buchausstellung, Schulen, Konzerte und Stammtische, eine Industrie-Kantine, eine historische Mühle und ein Stifts-Keller, ein Gemeindeamt sowie eine Brauerei.

Vielfältige Schauplätze – 2.500 Besucher:innen
Die Wanderausstellung „Lebensader Triesting“ zog Publikum an. Mehr als 2.500 Besucherinnen und Besucher – darunter rund 800 jungen Menschen aus den Schulen des Tales, aber auch viele aus der älteren Generation – konnten als Gäste begrüßt werden. Sie nützten die Gelegenheit, beim Betrachten der Bilder und im persönlichen Gespräch ihre Kindheitserinnerungen aufzufrischen. Somit wurde die Triesting einmal mehr ihrer Rolle als verbindender Lebensader einer ganzen Region gerecht.

Das Begleitheft zur Ausstellung bietet auf 20 Seiten „lebensader.triesting“ zum Nachlesen.