Informations-Leitsystem macht Hochwasserschutz erlebbar

Im Jahr 2020 habe ich den Spatenstich für das Triesting-Rückhaltebecken Fahrafeld (Marktgemeinde Pottenstein) miterlebt. Damals war bestenfalls zu erahnen, was die Gemeinden des Tals in diesem Teilabschnitt des Regionsflusses auf die Beine stellen werden, um einen zeitgemäßen und Schutz vor Hochwasserkatastrophen zu ermöglichen. Jetzt ist das „Jahrhundertprojekt“ fertig gestellt. Am 24. Mai 2024 wurde die Eröffnung des Hochwasserschutz-Rückhaltebeckens gefeiert.

Entstanden ist in Fahrafeld eine neue Flusslandschaft mit wirkungsvollen Sicherungsbauwerken, aber auch mit neuen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Und das gerade rechtzeitig, denn als am 15. September 2024 nach mehrtägigen schweren Regenfällen Katastrophenalarm in ganz Niederösterreich ausgelöst werden musste, blieb dem Triestingtal – dank der Schutzmaßnahmen – eine vernichtende Flutwelle erspart. Hier ist nachzulesen, wie das talweite System an Rückhaltebecken seine Bewährungsprobe bestehen konnte.

Wie das in Fahrafeld realisierte Konzept eines nachhaltigen und naturnahen Hochwasserschutzes funktioniert, wird auch vor Ort in einem Info-Leitsystem für Besucherinnen und Besucher erklärt. Für mich war es eine sehr spannende Kommunikationsaufgabe, das Konzept dafür im Dialog mit dem Triesting Wasserverband, regionalen Projektpartnern und der Bevölkerung in den letzten 2 Jahren zu realisieren.

Hochwasserschutz: Neue Flusslandschaft zieht Besucher an

Die neu entstandene Landschaft an der Triesting wurde in Schutz-, Aktiv- und Naturzonen gegliedert, die es ermöglichen, das Generationenprojekt gemäß der Projekt-Philosophie „Erlebbarer Hochwasserschutz“ auf verschiedenen Wegen zu erschließen. Der beliebte Triestingtal-Radwanderweg wird nunmehr entlang der Bahnlinie zum Teil auf dem südseitigen Schutzdamm geführt. Die Fahrbahn ist asphaltiert, garantiert ganzjährige Befahrbarkeit und bietet einen Überblick über die Naturlandschaft. Im Inneren des Rückhaltebeckens verbinden naturbelassene, geschotterte Spazier- und Radwege und zwei neu errichtete Stege aus Recyclingmaterial die Natur- und Erlebniszonen beiderseits der Triesting.

Viele neue Wege führen durch das Rückhaltebecken Fahrafeld

So kann das Gelände an beiden Uferseiten der Triesting nun von Besucherinnen und Besuchern jeden Alters generationengerecht genutzt werden. Insgesamt zehn Schautafeln, die über Besonderheiten der Hochwasserschutz-Technik, über Tiere und Pflanzen der Uferlandschaft, aber auch über Historisches und variantenreiche Freizeitaktivitäten in Fahrafeld informieren, wurden entlang der Wege sowie an wichtigen Kreuzungspunkten im gesamten Einzugsgebiet aufgestellt.

Zusätzlich erlaubt die Orientierungstafel mit dem Geländeplan einen Überblick von der Aktivzone am westlichen Rand des Rückhaltebeckens bis zum Grundablass beim Querdamm im Ostteil. Der Tafel-Standort auf dem erhöhten Blickplatz, an dem der neu trassierte Radweg auf den Längsdamm an der Südseite einschwenkt, ermöglicht auch eine gute Einschätzung der räumlichen Distanzen.

Generationenprojekt Hochwasserschutz auch digital erkunden

Als Besucherzentrum dient der Pavillon am westlichen Eingang des Geländes mit fünf Informationstafeln in unmittelbarer Nähe. Unter seinem Holzdach, das nicht nur Schutz vor Sonne, Wind und Wetter bietet, warten auch historische Informationen zu Hochwasser-Katastrophen im Triestingtal auf die lesewilligen Gäste. Ein Trinkwasserbrunnen sowie die unweit des Pavillons in einem Holz-Kubus positionierten öffentlichen WC-Anlagen stehen zur kostenlosen Benutzung bereit.

Jede einzelne Schautafel zusätzlich ihren jeweiligen Standort im Gelände als Orientierungspunkt für die Radfahrer und Spaziergänger aus. Das Navigieren zwischen den unterschiedlichen Zonen im jüngsten Naturraum-Erholungsgebiet des Triestingtales wird damit erleichtert. Die Inhalte aller Informationstafeln stehen jederzeit auch digital unter Rückhaltebecken Fahrafeld zur Verfügung.