Berufung x 2: Maschinen-„Bauern“ glückt Wachstumsexperiment

„Dinge einfach machen, die andere nicht machen.“ Das verbindet zwei Wachstums-Geschichten, die die auf steirischem Boden gedeihen, und über die ich für das Berndorf AG-Mitarbeitermagazin Menschen am Werk 2023 mit Alexander Imhof sprechen durfte. Daheim in Freidorf (St. Peter im Sulmtal) erzählt über seine Arbeit für den wachsenden Kundenkreis der Berndorf-Maschinenbau-Tochter TEUP und über die Ernteerfolge, die der Maschinen-„Bauer“ mit Naturprodukten aus eigenem Anbau erzielt. Seine Arbeitswoche besteht aus 3 Tagen Konstruktionsbüro und 3 Tagen Bauernhof.

Naturprodukte von A-Z im landwirtschaftlichen Hofladen von Alexander Imhof. Spezialisiert hat er sich von Anfang an auf die Direktvermarktung von Emmer – einer Urgetreidesorte aus der Römischen Antike. (Foto: Manuela Lechner)

Die Stunde Null der 1996 als Maschinenbau-Werkstätte gegründeten TEUP sowie der Jugendtraum des 1993 geborenen Alexander Imhof vom eigenen Bauernhof wiesen Parallelen auf: Am Beginn stand jeweils eine Idee mit viel Herz, dem Drang nach Freiheit und dem Vorsatz, einen eigenständigen Weg einzuschlagen. Diese Anfangssaat fiel in beiden Fällen auf fruchtbaren Boden.
Projekte durften reifen, nun wird die Ernte eingefahren. TEUP in Deutschlandsberg betreut heute auf zehnfacher Produktionsfläche Kundschaft mit technisch-komplexen Spezialanforderungen. Das Agrar-Startup „Naturprodukte Imhof“ im Nachbardorf St. Peter stillt den Bedarf nach unverfälscht produziertem Urgetreide oder echtem steirischem Kernöl.

Technische Allrounder-Kompetenz
Im Lebenslauf von Alexander Imhof, der 2013 bei TEUP anheuerte, laufen beide Wachstumstorys zusammen. Sondermaschinen zu konstruieren, faszinierte ihn schon in der Schulzeit. Bei TEUP war der HTL-Ingenieur darin gleich gefordert: „Als junger CAD-Zeichner unterstützte ich einen Senior-Konstrukteur bei einem wichtigen Auftrag. Wir arbeiten hier in kleinen Teams von Allroundern, daher habe ich schnell Erfahrung aufgebaut.“ Die Aufträge wurden komplexer, heute ist der 30-jährige Maschinen-Bauer selbst Senior-Konstrukteur.
An den Einstieg der Berndorf AG, die bald zur finanzstarken Mutter von TEUP avancierte, erinnert er sich so: „Manches ist in Bewegung geraten. Im fachlichen Bereich hat sich zwar niemand eingemischt – aber die Bedingungen für unser betriebliches Wachstum sind ganz andere geworden.

Der Ausbau der Fertigung und der neu gewonnene Platz für Büros hat die Arbeitsorganisation auf eine neue Ebene gehoben.“ Während bei TEUP erstmals sogar Exportkunden bis nach Australien betreut wurden, setzte das neue Arbeitsumfeld bei Alexander Imhof zusätzliche Energie für die Verwirklichung seiner ursprünglichen Ziele frei.

Zwei Welten – zwei Chancen
Er pachtete zunächst einen alten Bauernhof und versuchte dort in seiner Freizeit, die Landwirtschaft mit neuen Konzepten in Gang zu bringen. 2020 stellt er schließlich sein Vollzeit-Dienstverhältnis bei TEUP auf Teilzeit um. „Das war ein Experiment. Weder ich noch mein Arbeitgeber hatten Erfahrungswerte. Ich bin sehr dankbar dafür, dass das realisierbar war. So ist für mich aus einer Doppel-BELASTUNG eine Doppel-CHANCE geworden!“

Ressourcen & Zeit nützen: Getreide aus der eigenen Mühle für Produkte im Hofladen

Alexander Imhof ist seither in zwei Welten zu Hause, die nur 15 Autominuten voneinander entfernt liegen, jedoch auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. „Dieser Eindruck täuscht aber”, sagt Alexander Imhof, denn seine industrielle Tätigkeit und die Arbeit auf dem Bauernhof befruchten einander ungemein. Zwei Beispiele dafür:
„Am Bauernhof bin ich es gewohnt, alle Partner, mit denen ich zusammenarbeite, genau zu kennen – Handschlagqualität geht über alles. So leben wir das auch bei TEUP. Lückenlose Transparenz in der Lieferkette hilft uns, die Qualität für unsere Kunden dauerhaft zu sichern.“ Umgekehrt wiederum hat Imhof bei TEUP von Anfang an gelernt, Automatisationsaufgaben, die von Kunden gestellt werden, unkonventionell zu lösen. „Die von uns konstruierten Anlagen sind maßgeschneiderte Unikate. Dinge zu machen, die andere nicht machen, zeichnet uns aus. Dieses Konzept passte auch hervorragend auf meine Landwirtschaft.“

Individuell und nachhaltig wachsen
Der individuelle Weg, den Alexander Imhof einschlug, als er sich auf die Direktvermarktung von Emmer – einer Urgetreidesorte aus der Römischen Antike – spezialisierte, ging auf. Der Erfolg führte im Vorjahr, wie bei seinem Arbeitgeber TEUP, zu einer Betriebserweiterung. Eine 8 Meter hohe Neubauhalle beherbergt auf 288 m2 nicht nur den geräumigen Hofladen, sondern auch eine Steinmühle. „Ich mahle das Korn im Haus und spare so hunderte Fahrkilometer pro Jahr und gewinne Zeit für Arbeit in der Landwirtschaft“, sagt Imhof.

Ein Umstand, der die Abläufe am Bauernhof von „Naturprodukte Imhof“ nachhaltiger macht und dem Jung-Landwirt auch einen unübersehbaren persönlichen Vorteil bringt: „Ich liebe es, körperliche Arbeiten zu verrichten. Dazu habe ich am Hof nun noch mehr Gelegenheit. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, jeden Tag im Büro zu sitzen. Mein Mix aus drei Tagen TEUP-Büro und drei Tagen Landwirtschaft verschafft mir eine Balance, die ich sehr schätze.“

Aus dem Hofladen-Angebot von Naturprodukte Imhof kann auch online bestellt und eingekauft werden.